Ratgeber: Pflege von Uhren & Schmuck

News Uhren Bijouterie Götz
Veröffentlicht am 19. September 2025

Es beginnt oft ganz unscheinbar: ein winziger Kratzer am Gehäuse, ein Stein, der weniger funkelt, ein Band, das stumpf geworden ist.
Doch wer seine Uhr oder seinen Schmuck liebt, weiß:

Pflege ist keine Nebensache – sie ist Wertschätzung.

Seit über 60 Jahren leben wir bei Uhren Bijouterie Götz diese Haltung. In unserer Werkstatt riecht es nach feinen Ölen, nach Politur, nach Metall und Zeit. Und jede Uhr, jeder Ring, der unser Haus verlässt, erzählt eine Geschichte – mit neuem Glanz, aber derselben Seele.

Schmuckpflege nach Material
– was wirklich funktioniert

Gold (Gelb, Rosé, Weiß)

Gold ist edel, aber weicher, als viele denken. Der Alltag hinterlässt Mikrokratzer; Parfum, Chlor und aggressive Reiniger setzen Legierungen zu.

Zuhause reicht meist lauwarmes Wasser + milde Seife + weiche Bürste, anschließend mit Baumwolltuch trocknen. Keine Zahnpasta, keine Scheuermittel – sie sind abrasiv und können Metalle und Fassungen beschädigen.

Das bestätigt auch die GIA (Gemological Institute of America), die genau diese sanfte Methode empfiehlt und vor abrasiven Hausmitteln warnt.

Weißgold & Rhodium:

Die helle Oberfläche entsteht durch Rhodinierung und nutzt sich mit der Zeit ab – das ist normal. Reinigen wie oben, ohne Ammoniak/Schleifpolitur; bei sichtbarem Gelbton einfach bei uns neu rhodinieren, dann erstrahlt’s wieder wie am ersten Tag. (Rhodium-Überzüge reagieren empfindlich auf aggressive Reiniger; keine Experimente.)

Insider-Tipp: Fassung prüfen, bevor Sie bürsten

Bleibt ein weiches Tuch an Krappen hängen, bitte nicht weiter bürsten – das Stück gehört ins Atelier. So verhindern Sie, dass ein ohnehin lockerer Stein den letzten Schubs bekommt.

Kurzformel: Tuchtest → hängt’s, dann Pause & professionell prüfen.

Silber

Silber läuft an. Nicht, weil es „schlecht“ ist, sondern weil Silber mit Schwefelverbindungen aus der Luft reagiert – es entsteht Silbersulfid (der dunkle Belag). Luftfeuchte und schwefelhaltige Umgebung beschleunigen das.
Stambaugh Jewelers

So pflegen Sie richtig:

  • Reinigen mit milder Seife + weichem Tuch.
  • Für leichten Anlauf: Silberputztuch.
  • Für Aufbewahrung: luftdicht (z. B. Beutel/Box) und Anti-Tarnish-Streifen oder Silicagel gegen Feuchte – so verlangsamt sich der Prozess deutlich.

Warum keine „Küchenchemie“? Zahnpasta, Backpulver & Co. sind abrasiv, greifen weiche Metalle an und polieren Oberflächen dauerhaft „flach“. Seriöse Fachquellen raten davon ab; sanfte Seife + Tuch ist die sichere Wahl.

Platin

Platin ist zäh und verliert Material kaum – Kratzer drücken das Metall eher plastisch weg (Patina-Look). Reinigung wie bei Gold. Tiefere Kratzer polieren wir in der Werkstatt heraus; Materialverlust ist dabei geringer als bei Goldlegierungen. (Kein Heim-„Refinish“ mit Polituren – die machen’s oft schlimmer.)

Edelstahl & High-Tech-Keramik

Edelstahl verträgt viel, aber: Chlor (Pool/Whirlpool) setzt Dichtungen und Stiften zu, Hautcremes hinterlassen Filme. Abends kurz mit feuchtem Tuch abwischen.
Keramik (z. B. Rado) ist sehr kratzfest; dennoch gilt: starke Chemikalien, Lösungsmittel, Magnete und harte Schläge vermeiden; Wasserdichtigkeit jährlich prüfen lassen (dazu unten mehr).

Rado selbst empfiehlt regelmäßige Dichtheitschecks.

Edelsteine sicher reinigen
(und wann lieber nicht)

Grundregel (wirklich wichtig)

Wenn Sie nicht genau wissen, ob Ihr Schmuck behandelt oder beschichtet wurde – zum Beispiel mit Öl, Wachs, Harz oder Klebstoff – sollten Sie ihn nur ganz behutsam reinigen: mit lauwarmem Seifenwasser, einer weichen Bürste und anschließend vorsichtig trocken tupfen.

Spülen Sie den Schmuck immer in einer Schüssel und nicht direkt im Waschbecken, denn wenn sich ein Stein löst, landet er sonst im Abfluss.

Diamant, Saphir, Rubin
(hart, robust – mit Ausnahmen)

Harte Steine vertragen Reinigung gut. Warm-Seifenwasser ist immer sicher.
Ultraschall/Steamer sind bei unbehandelten oder nur wärmebehandelten Saphiren/Rubinen meist ok – aber: bei gefüllten/gefärbten/glas- oder fluss-behandelten Steinen strikt vermeiden.

Diamant-Ring zu Hause reinigen

Do
  • Lauwarmes Wasser + milde Seife + weiche Bürste.
  • Unterseite sanft säubern – dort sitzt der Film.
  • In einer Schüssel abspülen, nie direkt im Abfluss.
Don’t
  • Keine Zahnpasta/Backpulver – abrasiv.
  • Kein Ultraschall bei fragiler Fassung oder behandelten Steinen.
  • Nicht weiterbürsten, wenn das Tuch hängen bleibt.

Smaragd (liebenswert empfindlich)

Smaragde sind häufig geölt oder harzgefüllt (um Risse zu kaschieren). Deshalb sind Ultraschall und Dampf tabu; selbst Hitze kann Öl/Harz austreten lassen. Nur warmes Seifenwasser, sanft bürsten.

Opal (Feuchtigkeit, Temperatur, Ruhe)

Opal kann auf Hitze und schnelle Temperaturwechsel mit „Crazing“ (Haarrissen) reagieren; außerdem gibt es Doubletten/Tripletten (verklebte Schichten). Einzige sichere Reinigung: warmes Seifenwasser und weiches Tuch; keine Ultraschall- oder Dampfgeräte.

Perlen (organisch – und eigen)

Perlen sind empfindlich gegenüber Säuren, Parfum, Haarspray, Schweiß. Routine: nach dem Tragen mit sehr weichem Tuch abwischen, gelegentlich mit lauwarmem Seifenwasser sanft reinigen (Schnur komplett trocknen lassen!). Häufig getragene Ketten sollten regelmäßig neu aufgezogen werden (klassisch auf Seide, geknotet).

Alles, was geklebt, beschichtet, laminiert oder porös ist

Foliierte Steine, Doubletten/Tripletten, bernsteinartige/organische Materialien, Mondstein mit Spaltbarkeit: kein Ultraschall/Dampf, keine aggressiven Reiniger. Wenn Sie unsicher sind, kommen Sie mit dem Stück vorbei – wir identifizieren, bevor wir reinigen. (GIA listet etliche behandelte/empfindliche Materialien, für die Ultraschall problematisch ist.

Material-Quick-Guide

Gelbgold

Lauwarmes Seifenwasser & weiche Bürste genügen. Keine Scheuermittel – sie verkratzen die Oberfläche.

Weissgold (rhodiniert)

Sanft reinigen; bei sichtbarem Gelbton neu rhodinieren lassen – Glanz zurück, Substanz bleibt.

Roségold

Empfindlicher gegenüber Chemikalien. Nach dem Tragen mit weichem Tuch abwischen, trocken lagern.

Silber

Luftdicht + Anti-Tarnish lagern. Leichten Anlauf mit Silberputztuch entfernen, keine „Küchenchemie“.

Platin

Sehr widerstandsfähig, verliert kaum Material. Sanft reinigen; Politur nur beim Fachmann nötig.

Edelstahl

Nach Kontakt mit Chlor oder Meerwasser abspülen. Keine Scheuermittel, keine starken Säuren.

Keramik

Kratzfest & farbstabil. Nur mit weichem Tuch reinigen; Stöße und harte Aufpralle vermeiden.

Titan

Leicht & robust. Mit milder Seife reinigen, anschließend trocken reiben; säurehaltige Mittel meiden.

Diamant

Warm-Seifenwasser & Bürste. Unterseite sanft säubern – dort sammelt sich meist der Film.

Saphir

Unbehandelt pflegeleicht, behandelte Stücke nur mit Seifenwasser reinigen – kein Ultraschall.

Rubin

Glas- oder flussgefüllte Rubine sind hitzeempfindlich – kein Dampf, kein Ultraschall, nur sanft reinigen.

Smaragd

Oft geölt/gefüllt – Ultraschall & Dampf tabu. Nur lauwarmes Seifenwasser, vorsichtig bürsten.

Opal

Empfindlich gegen Hitze & Trockenheit. Keine Geräte, nur feuchtes Tuch und wenig Reibung.

Perlen

Nach jedem Tragen abwischen, nie luftdicht lagern. Bei häufiger Nutzung regelmässig neu knoten.

Lederband

Feucht abwischen, ohne Hitze trocknen. Keine Fette oder Öle; rechtzeitig ersetzen.

Kautschuk / Textil

Nach Sport oder Meerwasser abspülen. Keine scharfen Reiniger; UV-Einfluss kann Material altern lassen.

Uhr & Werk – Präzision bewahren

Wasserdicht ≠ wasserdicht für immer

Was „Water Resistant“ bedeutet, regelt ISO 22810 (bei Taucheruhren ISO 6425). Dichtungen altern, Stöße und Temperaturwechsel tun ihr Übriges – Wasserdichtigkeit ist kein Dauerzustand. Hersteller empfehlen regelmäßige Dichtheitstests, Rado etwa jährlich.

Praxis-Regeln:

  • Krone immer verschraubt oder sauber gedrückt.
  • Keine heißen Bäder/Sauna mit Uhr: Hitze + Druckwechsel = Risiko.
  • Nach Salzwasser: mit Süßwasser abspülen.
  • Kondensat unter dem Glas? Sofort zu uns – Feuchte im Werk ist Zeit gegen Sie.

Magnetismus – der unsichtbare Störenfried

Magnetfelder (Kopfhörer, Taschenmagnete, Laptophüllen) können Spiralen magnetisieren – die Uhr läuft plötzlich schnell oder unruhig. Antimagnetische Normen (z. B. ISO 764) definieren Basis-Schutz, aber Alltagsfelder können darüber liegen. Die Lösung ist simpel: entmagnetisieren – dauert in der Werkstatt Minuten.

Service-Intervalle

Mechanische Uhren danken regelmäßige Revisionen (Öle, Dichtungen, Regulierarbeit). 3–5 Jahre ist ein guter Richtwert – Nutzung & Dichtigkeit spielen mit. Quartz-Uhren brauchen Batteriewechsel und Dichtungscheck; ausgelaufene Batterien ruinieren Werke – bitte nicht „noch eine Saison“. (Rados Serviceunterlagen betonen die Wichtigkeit regelmäßiger Prüfungen und Mindest-Wasserdichtigkeit.)

Armbänder –
Leder, Metall, Kautschuk, Textil

Leder

Leder liebt Luft und Mäßigung. Kein Dauerwasser, keine Fettcremes. Schweiß und Kosmetik verkürzen die Lebensdauer. Sanft feucht abwischen, trocknen lassen – keine Schuhcreme/Öle, die mit Gerbstoffen reagieren können.

Metall

Edelstahl- oder Titanbänder sammeln in den Zwischenräumen Ablagerungen. Weiche Bürste + Seife, bei geeigneten Bändern Ultraschall – aber nie, wenn das Uhrgehäuse mit dran hängt und nicht geprüft ist. Abschließend gut trocknen (Fugen!).

Kautschuk/Textil

Nach Sport/Meerwasser abspülen; Textilbänder regelmäßig waschen (Herstellerhinweise beachten). Chlor und UV setzen auch Kunststoffbändern auf Dauer zu – rechtzeitig ersetzen.

Pflege-Kalender

Wöchentlich
  • Schmuck: lauwarmes Seifenwasser, sanfte Bürste, in Schüssel abspülen, trocken tupfen.
  • Perlen: nur mit sehr weichem Tuch abwischen.
Monatlich
  • Uhrenarmband gründlich reinigen (Metall/Textil); Leder nur feucht abwischen & lufttrocknen.
Jährlich
  • Wasserdichtigkeit testen, Fassungen prüfen lassen; Perlen ggf. neu knoten.
3–5 Jahre
  • Mechanische Uhr revidieren (Öle/Dichtungen/Gang); Quartz: Batterie + Dichtung.

Fazit: Glanz braucht Wissen – und Vertrauen

Jedes Schmuckstück, jede Uhr, jeder Stein erzählt eine Geschichte.
Und wer sie bewahren möchte, schenkt ihr nicht nur Zeit – sondern Aufmerksamkeit.
Ob sanfte Reinigung zu Hause oder professionelle Pflege in unserer Werkstatt:
Mit der richtigen Hand und dem richtigen Wissen bleibt Schönheit erhalten.

Wir bei Uhren Bijouterie Götz nehmen uns die Zeit, die Ihre Kostbarkeiten verdienen.
Mit über 50 Jahren Erfahrung, zwei Goldschmiede-Ateliers und einer Uhrmacher-Werkstatt verbinden wir Handwerk, Leidenschaft und Präzision – Tag für Tag.

Bringen Sie uns Ihr Lieblingsstück – wir kümmern uns darum, als wäre es unser eigenes.

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